Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Gesellschaft rapide verändert und damit auch die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche ihre Umwelt wahrnehmen und auf sie reagieren. Diese Veränderungen bedeuten einerseits einen erhöhten Bedarf an außerfamiliärer Betreuung und andererseits aber auch eine höhere Betreuungsqualität. Als “lernende Organisation” sind wir gefordert, unser Angebots- und Leistungsprofil kontinuierlich zu überprüfen und bei Bedarf zu überarbeiten und zu verändern.

Was bestimmt Qualität in unserer Einrichtung?

Werte, Überzeugungen, Wünsche und Bedürfnisse, der in die Betreuung der Kinder mit einbezogenen Personen und Gruppen bestimmen maßgebend die Qualität der Arbeit und somit auch der Einrichtung.

Qualität aus Sicht der Kinder

Hier stellt sich die zentrale Frage:
Wie fühlt sich das Kind in unserer Einrichtung?
Wie wird mit ihm geredet (positiver Ton, belehrend, heruntermachend, laut)? Darf es mitreden und mitbestimmen? Sind die Räume wohnlich und bieten sie vielfältige Spielangebote? Wie erlebt es den Kontakt mit Gleichaltrigen und Andersaltrigen? Erhält es Unterstützung und Anregungen? Kann es bei Bedarf mit einer Vertrauensperson reden, die auch zuhört?

Unsere Qualitätskriterien:

  • Mitbestimmung der Kinder in vielen Bereichen (z.B. Mittagessen und Brotzeit, Anschaffung von Spielmaterial)
  • Kinderkonferenzen
  • jährliche Kinderbefragungen
  • Benimmregeln und Ordnungsregeln werden mit den Kindern erarbeitet und ständig überprüft
  • “Meckerecke”
  • Bezugsbetreuer für bestimmte Gruppen

Qualität aus Sicht der Eltern

Hier stellt sich die zentrale Frage:
Welche Wünsche haben die Eltern?
Wie sehen die Eltern unsere Dienstleistungen in Bezug auf die Förderung des Kindes, die Öffnungszeiten, die Kosten, die Angebote, die Möglichkeiten der Beratungsangebote?

Unsere Qualitätskriterien:

  • jährliche Elternbefragungen zur Elternzufriedenheit
  • jährliche Abfrage des Betreuungsbedarfes
  • Elternbeirat
  • verschiedene Elternangebote

Elternbefragung

Die Meinung der Eltern ist uns wichtig. Deshalb führen wir jährlich eine standardisierte Befragung zur Zufriedenheit mit dem Angebot und den Rahmenbedingungen unserer Kindertagesstätte durch. Wir bitten die Eltern um Hinweise zur Weiterentwicklung unserer pädagogischen Qualität und um Rückmeldungen, was wir noch besser machen können.

Die Ergebnisse der Befragung werden ausgewertet und veröffentlicht und diejenigen Bereiche festgelegt, die einer Weiterentwicklung/Verbesserung bedürfen. Der Elternbeirat wird hier beteiligt.
Ergebnisse der letzten Befragung finden Sie hier [373 KB] .

Qualität aus Sicht der Schule

Hier stellt sich die zentrale Frage:
Welche Wünsche und Erwartungen werden von den Lehrern an uns
herangetragen, aber auch von uns an die Schule?
Soll der Hort vor allem Aufgaben übernehmen, die im Schulunterricht zu wenig Platz haben und für die Erledigung der Hausaufgaben zuständig sein, oder sieht man sich als Partner, die gemeinsam mit den Eltern ein Kind erziehen und betreuen? Wird der Hort als Bildungseinrichtung gesehen? Legt man Wert auf gemeinsame Fallbesprechungen und Elterngespräche und wird das Personal im Schulteam integriert und umgekehrt?

Unsere Qualitätskriterien:

  • regelmäßige Fallbesprechungen und Elterngespräche bei Bedarf
  • Einladungen zu Festen und Veranstaltungen
  • gegenseitige Teilnahme an Elternabenden
  • gemeinsame Fortbildungen

Qualität aus Sicht des pädagogischen Personals

Hier stellt sich die zentrale Frage:
Wie wird die Einrichtung von den Mitarbeitern erlebt?
Erlauben die Organisationsstrukturen genügend Zeit für die Kernaufgabe, nämlich die Betreuung der Kinder? Wo prallen marktwirtschaftliche Überlegungen bezüglich der Dienstleistung auf pädagogische Zielsetzungen? Inwiefern ist die Förderung der Kinder möglich, wo stößt man auf seine Grenzen? Sind die Arbeitsbedingungen gut, erhält man angemessenen Lohn? Steht eine ausreichende Vorbereitungszeit zur Verfügung? Erhält man Anerkennung für seine Arbeit? Bestehen Angebote zur Fort- und Weiterbildung?

Unsere Qualitätskriterien:

  • jährliche Mitarbeitergespräche zur Zielvereinbarung
  • anlassbezogene Mitarbeitergespräche
  • Mitarbeiterbefragungen
  • Stellenbeschreibungen
  • Prozessbeschreibungen
  • Leitbildentwicklung
  • Teamarbeit
  • Angebote zur Fortbildung und Kostenübernahme einzelner Kurse
  • demokratischer Führungsstil
  • gemeinsame Unternehmungen

Ausbildung

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Qualitätssicherung ist für uns die Ausbildung neuer Erzieherinnen und Erzieher. Wenn es der Personalschlüssel erlaubt, stellen wir jedes Jahr eine/n Berufspraktikant/in/en im Anerkennungsjahr ein. Zusätzlich finanziert der Träger ohne staatliche Förderung jedes Jahr mindestens eine Erzieherin im 2. Ausbildungsjahr. Während des Jahres können Blockpraktika in unserer Einrichtung absolviert werden.


“Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung ist ein fortlaufender Prozess, der von der Motivation und vom Engagement jedes einzelnen lebt.”


Qualität ist allerdings auch immer von gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig (Strukturqualität), auf die wir keinen Einfluss haben, deren Verbesserung wir allerdings regelmäßig anmahnen.
Dazu gehört ein zu niedriger Personalschlüssel, fehlende Vorbereitungszeiten, zu viel Verwaltungsaufwand und zuletzt natürlich die schlechte Bezahlung für das pädagogische Fachpersonal!